06.12.2018 | Veranstaltungen | Daniel Wagner Zurück zur Übersicht


RYLA Seminar des Rotaryclub Göppingen

Das diesjährige RYLA (Rotary Young Leadership Award) Seminar des Rotary Club Göppingen stand unter dem Motto: „Herausforderungen im Berufs- und Privatleben – Theorie und Praxis, Anspruch und Wirklichkeit.“ Gemäß diesem Motto waren unsere Erwartungen an das Seminar sehr hoch, da unser duales Studium bereits ein besonderes Zeitmanagement, unter Berücksichtigung der Freizeitaktivitäten, erforderte.


Nachdem wir am Freitagnachmittag im Hotel Bad Boll eingetroffen sind, hatten wir die Gelegenheit die anderen Teilnehmer bei Kaffee und Kuchen kennenzulernen. Im Anschluss daran eröffnete Incoming-Präsident des Rotary Club Göppingen und Mitglied der Bankverbindung, Stephan Vomhoff, das Seminar. Er begann mit einer Vorstellung der von Paul Harris ins Leben gerufenen Organisation Rotary (1905), sowie des Clubs aus Göppingen. Im Anschluss folgte die Vorstellung der rotarischen Werte anhand der 4-Fragen-Probe:

  • "Ist es wahr?"
  • "Ist es fair für alle Beteiligten?"
  • "Wird es Freundschaft und guten Willen fördern?"
  • "Wird es dem Wohl aller Beteiligten dienen?"


In einer Gruppenarbeit erörterten wir die rotarischen Werte anhand aktueller Beispiele aus Politik und Wirtschaft. Nach den kontroversen Diskussionen mit unterschiedlichsten Perspektiven der Teilnehmer, wurde der erste Abend mit einem gemeinsamen Abendessen, ergänzt um weitere Rotary Club Mitglieder, abgerundet.

GruppeAm nächsten Morgen blickten wir voller Vorfreude und noch immer inspiriert durch spannende Gespräche des Vorabends auf die bevorstehenden Aktivitäten. Im Rahmen eines World Cafés diskutierten wir in wechselnden Kleingruppen unsere individuelle Definition von Glück im Beruf. Wir erörterten unsere unterschiedlichen Ansichten sehr angeregt. Zusätzlich eröffnete sich uns die Möglichkeit unsere Perspektiven auch mit den anwesenden Rotariern zu diskutieren. Dabei tauchten u.a. folgende Fragestellungen auf: Kann Glück im Beruf nur dann erlangt werden, wenn ich in meiner Tätigkeit meine Berufung gefunden habe und nebenbei finanzielle Freiheit erreicht habe? Welche Rolle spielt das Einkommen? Welche Rolle hat das Einkommen in Bezug auf Glück? Würde ich Geld bzw. meine Karriere über die rotarischen Werte stellen? Was treibt mich wirklich an, das zu tun, was ich tue? Wann fühle ich mich überhaupt wirklich glücklich? Durch unterschiedlichste Persönlichkeiten in einer Gruppe eröffneten sich uns neue Blickwinkel.

Im Anschluss stellten ausgewählte Rotarier (mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen) ihre ganz individuellen Ansätze und Definitionen von Glück vor. Jeder der sechs Impulsgeber hatte die Möglichkeit in 3 Minuten einen Vortrag über Glück zu halten. Im Anschluss konnten wir mit drei Impulsgebern persönlich über die für uns relevantesten Definitionen sprechen. Zu den Impulsgebern gehörten:

  • Philosophie (Johannes Frühbauer – kath. Theologe und Hochschullehrer)
  • Theologie (Joachim L. Beck – evang. Theologe und Leiter des Zentrums Diakonat der evang. Landeskirche Württemberg)
  • Wirtschaft (Jan-Philip Heim – Geschäftsführer Heim Infrastrukturbau GmbH)
  • Sport (Dr. Andreas Bickelhaupt – Facharzt für Chirurgie und Mannschaftsarzt Frisch auf Göppingen)
  • Psychologie (Sandra Domay – Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie) und
  • Musik (Johannes Neckermann-Beck – Musik- und Bewegungspädagoge und Autor)

Nach dem sehr bekömmlichen Mittagsbuffet wurden wir vom Musik- und Bewegungspädagogen Johannes Neckermann-Beck mit einer Rhythmusübung überrascht. Ziel dieser Übung war es mittels verschiedener Instrumente zunächst einen eigenen-,  im Anschluss einen gemeinsamen- und darauffolgend einen als Gruppe variierenden Rhythmus zu finden. Nach dieser sehr aktiven und aufmunternden Aktivität waren wir bereit für die Inhalte der kommenden Stunden, die das Highlight des Tages bereithielten.

MesserschmidAls besonderer Gast referierte der Physiker und Astronaut Prof. Dr. rer. nat. Dr. Dipl.-Ing. e.h. Ernst Messerschmid über seinen Werdegang im Rahmen eines Vortrags zu dem Thema: „Vom All in den Alltag – Raumfahrt zu neuen Horizonten“. In seinem Vortrag gewährte er uns sehr offen und persönlich tiefe Einblicke in die Geschichte seiner Laufbahn. Nach seinem Studium der Physik an den Universitäten Tübingen und Bonn führte ihn sein Weg an das Forschungszentrum Cern in Genf. Besonders beindruckend war der Weg zum Astronauten. In den Jahren 1976-1982 suchte die Deutsche Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DFVLR) ausgebildete Wissenschaftler, welche sich bereiterklärten Forschung im Weltall zu betreiben. Nach mehreren erfolgreichen Auswahlrunden und intensiven Gesprächen mit Frau und Familie führte der Weg des gelernten Gas- und Wasserinstallateurs aus Reutlingen in das von der Europäischen Weltraumorganisation gebaute Raumlabor Spacelab an Bord des US-amerikanischen Space Shuttles „Challenger“.

Nach intensiver Vorbereitung flog Messerschmid für sieben Tage (30.10.-06.11.1985) in den Weltraum. Sehr interessant für uns waren Messerschmids Eindrücke über das gewöhnungsbedürftige Essen im All oder das schwerelose Schlafen, wobei sich ein Mensch in einer Schlafkoje wie ein Ping-Pong Ball fühlen kann. Seit 2005 lehrt Messerschmid als Professor am Institut für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart. Zum Abschluss erzählte Messerschmid noch von seinem amüsanten Versuch seine Reisekosten während seiner Raummission über Staatsgelder abzurechnen. Hierbei handelte es sich natürlich nicht um einen ernst gemeinten Versuch. Schließlich wäre bei ca. 100 Erdumrundungen in einer Woche (zur damaligen Zeit) eine horrende Summe zusammengekommen.

Voller Eindrücke und dem Gefühl durch das Weltall zu fliegen folgte eine weitere musikalische Übung mit Johannes Neckermann-Beck. Diesmal war die Aufgabe eine Gesangsübung. Anfänglich waren wir etwas peinlich berührt und gingen etwas zögerlich an die Aufgabe. Mit immer größer werdendem Elan stellten wir fest, wie sich eine einmalige Gruppendynamik entwickelte und dies zu einem immer besser werdenden Ergebnis führte. Schlussendlich konnten wir als Gruppe sogar die zuvor erlangten Kenntnisse aus der Rhytmusübung mit dem Gesang verknüpfen. Nach dem Abendessen haben wir den Abend bei ein paar Drinks mit den anderen Teilnehmern ausklingen lassen.

Am Sonntagmorgen folgte um 9.00 Uhr die angekündigte Podiumsdiskussion. Nach einer kurzen Zusammenfassung der vergangenen Tage startete die von Stefan Vomhoff moderierte Podiumsdiskussion. Die diesjährigen Teilnehmer hatten verschiedenste berufliche Hintergründe und konnten uns unterschiedliche Eindrücke und Sichtweisen zum Thema Glück im Beruf sowie im privaten Umfeld gewähren. Zu den Teilnehmern gehörten:

  • Wiltrud Pekarek (Vorstand HALLESCHE Krankenversicherung a. G.)
  • Dr. Bernd Gaiser (Unternehmensberater ehemaliger Geschäftsführer Unternehmensentwicklung und Finanzen der Recaro Holding GmbH sowie Aufsichtsratsmitglied des VFB Stuttgart)
  • Dr. Eberhard Veit (Unternehmensberater ehemaliger CEO FESTO)
  • Thomas Berger (Polizeipräsident)
  • Sebastian Hafner („Sibbi“ der Band Itchy Poopzkid)

Nach einer kurzen Diskussion wurden die Fragen der Teilnehmer beantwortet. Beweggründe für eine Entscheidung als CEO aufzuhören, Trainerentscheidungen eines Fußballvereins, Wege um in einer Musikband erfolgreich zu sein oder Gründe seine Familie in den Vordergrund zu stellen, begeisterten uns als Zuhörer. Die Pausen nutzten wir, um persönliche Gespräche mit den Teilnehmern der Podiumsdiskussion zu führen. Wir haben aus den persönlichen Gesprächen und der Podiumsdiskussion mitgenommen, dass Wege abseits des „üblichen“, zu einem deutlichen höheren Level des beruflichen Glücks und Erfolges führen können. Außerdem tragen Erfahrungen und Perspektiven anderer zum Erfolg im Beruf bei. Erfolg ist besonders schön gemeinsam zu erleben. Die persönliche finanzielle Freiheit muss nicht der einzige Grund für Glück im Beruf sein, spielt aber dennoch eine gewisse Rolle. Den Abschluss des Seminars bildete ein Mittagessen mit den Teilnehmern der Podiumsdiskussion. Hier hatten wir die Möglichkeit ganz offen und direkt u.a. mit Dr. Veit zu sprechen.

Wir möchten uns bei der Bank…Verbindung e.V. und insbesondere Stefan Vomhoff für die Möglichkeit an dem diesjährigen RYLA Seminar teilzunehmen, bedanken. Außerdem sagen wir Danke an Wiltrud Pekarek und dem gesamten Organisationsteam (inklusive der anwesenden Rotarier, die sich während des gesamten Seminars sehr aktiv und offen an den Gruppenaufgaben beteiligten) des Rotary Club Göppingen. Vielen Dank für ein interessantes, lehrreiches und spannendes Wochenende!


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