22.10.2017 | Veranstaltungen | Autorenteam RYLA Zurück zur Übersicht


RYLA Seminar des Rotaryclub Göppingen


Nachdem am Freitag Nachmittag die Teilnehmer am Seminaris Hotel Bad Boll eingetroffen waren, hatte man die Gelegenheit sich bei Kaffee und und Kuchen kennenzulernen. Nach der Stärkung fing das Seminar mit einer Vorstellung von Seiten des Rotary Club Göppingens an. Im Anschluss folgte die erste Gruppenarbeit, in der wir die Rotarische 4 Fragen Probe

  • "Ist es wahr?"
  • "Ist es fair für alle Beteiligten?"
  • "Wird es Freundschaft und guten Willen fördern?" sowie
  • "Wird es dem Wohl aller Beteiligten dienen?"


auf aktuelle Beispiele aus Politik und Wirtschaft anwendeten und diskutierten. Nach der Gruppenarbeit, in der innerhalb der Gruppen kontrovers diskutiert wurde, wurde der erste Abend mit einem gemeinsamen Abendessen mit schwäbischen Köstlichkeiten abgerundet.

VortragTrotz der kurzen Nacht voller Vorfreude auf die bevorstehenden Eindrücke und noch immer inspiriert durch unsere Gespräche des Vorabends fanden wir uns am frühen Samstag im Seminarraum des SEMINARIS-Hotels ein. In rotierenden Kleingruppen beschäftigten wir uns zunächst im Rahmen eines World Café intensiv mit unserer individuellen Definition von Glück im Beruf und diskutierten unsere Einstellung angeregt sowohl untereinander als auch mit den anwesenden Rotariern, die sich während des gesamten Seminars sehr aktiv, offen und erfreulich ehrlich an den Gruppenaufgaben beteiligten. Kann Glück im Beruf nur dann erlangt werden, wenn ich in meiner Tätigkeit meine Berufung gefunden habe, so dass „Work“ und „Life“ verschmelzen? Oder erfordert es eine klare Trennung zwischen Beruf und Privatleben, um wirklich glücklich zu sein? Was treibt mich wirklich an, das zu tun, was ich tue? Dank der Heterogenität der Gruppe eröffneten sich uns neue Blickwinkel, die jeden die eigene, möglicherweise konträre Meinung überdenken lies.

Weitere interessante Ansätze lieferten am Vormittag insgesamt sechs sehr unterschiedliche Impulsgeber, die in intensiven, jeweils auf 3 Minuten beschränkten Vorträgen Glück in den Bereichen

  • Philosophie (Johannes Frühbauer – kath. Theologe und Hochschullehrer)
  • Theologie (Joachim L. Beck – evang. Theologe und Leiter des Zentrums Diakonat der Evang. Landeskirche Württemberg)
  • Wirtschaft (Hans-Peter Allmendinger – Elektroingenieur und Geschäftsführer der Elektroplan GmbH)
  • Sport (Theo Bergauer - Unternehmenstrainer und Coach)
  • Psychologie (Sandra Domay – Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie) und
  • Musik (Johannes Neckermann-Beck – Musik- und Bewegungspädagoge und Autor)


beschrieben. Intensivieren konnten wir die drei für uns bedeutendsten dieser Ansätze anschließend im persönlichen Gespräch mit den Impulsgebern.

GruppeNoch etwas träge vom umfangreichen und sehr bekömmlichen Mittagsbuffet wurden wir nach der Mittagspause vom Musik- und Bewegungspädagoge Johannes Neckermann-Beck mit einer Gesangsübung überrascht. Zuerst noch zögerlich und etwas peinlich berührt, doch mit immer größer werdendem Elan ließen wir uns darauf ein und stellten mit zunehmender Begeisterung fest, wie die sich automatisch einstellende Gruppendynamik zu einem immer besser werdenden Ergebnis führte. Spätestens in dem Moment, als wir frei durch Zimmer gehen konnten, während wir in gemischten Gruppen unser dreistimmiges Lied sangen, war die Mittagsmüdigkeit vergessen und wir bereit für die Inhalte der kommenden Stunden, die das Highlight des Samstag bereithielten.

Als besonderer Gast erzählte der Schweizer Unternehmer Dr. Rudolf Sprüngli sehr offen und persönlich die Geschichte seiner Laufbahn, die nicht zuletzt von schweren Krisen gezeichnet war. Unter anderem führte sein Weg Ihn während seines Studiums an die University of California in Berkeley, eine Zeit, die ihn bis heute sehr prägt und mit den USA verbindet. Beindruckend war seine Schilderung, dass er darauf bestand, nach Abschluss seiner Promotion von der Produktion an für eine gewisse Zeit Teil jeder Abteilung des wohl bekanntesten Schweizer Schokoladenherstellers Lindt und Sprüngli AG zu sein, um letztendlich im gehobenen Management des Internationalen Marketing seiner Leidenschaft nachgehenden zu können. Erschütternd hingegen im Folgenden sein Bericht über familiäre Schicksalsschläge durch das plötzliche Versterben zweier seiner Kinder im sehr jungen Alter, die in nur sehr kurzen Zeitabstand gefolgt wurden vom unerwarteten Rausschmiss aus der Firma im Auftrag seines Vaters, der Anfang der 90er-Jahre unter dem Einfluss einer zweiten Ehefrau massive Umstrukturierungen im Management der Firma vornahm. Trotz der Kränkung, die Dr. Rudolf Sprüngli dadurch erfuhr, nahm er diesen Rückschlag als Impuls für eine Veränderung, versuchte sich als Consultant und gründete 1994 seine eigene, bis heute erfolgreiche Beratungsgesellschaft Dr. Rudolf K. Sprüngli Strategy Consulting. Zudem, so berichtet er uns, konzentriert er sich nun auf seine große Leidenschaft, die Jazz-Musik, ist aktiv im Kampfsport und lernt nebenbei Japanisch als weitere Fremdsprache.

Wir durften Herr Dr. Sprüngli als sehr bodenständigen und inspirierenden Gesprächspartner kennen lernen, der in Gesellschaft größeres Interesse an den Geschichten seines Gegenübers zeigte als von sich selbst zu sprechen, und durch Bescheidenheit bestach, beispielsweise durch seine Schilderung, lieber bei AirBNB zu buchen als in einem Hotel. Seine Lebensgeschichte, die nur ein Beispiel der von zahlreichen Herausforderungen und Krisen gezeichneten Geschichten vieler heute erfolgreicher Unternehmen ist, hat uns den Anstoß gegeben, auch Rückschläge als Chance zu sehen, um inne zu halten, uns neu auszurichten und einen Neuanfang zu wagen.

Voller Eindrücke und in unsere Gedanken über das eben gehörte vertieft gingen wir zum Abendessen, das gefolgt war von einer weiteren musikalischen Übung mit Johannes Neckermann-Beck. Diesmal war die Aufgabe, mit einem einfachen Instrument – einem weißen Blatt Papier – unterschiedliche Töne zu erzeugen. Zunächst etwas argwöhnisch angesichts der ungewöhnlichen Aufgabe gaben wir uns reisend, knüllend und schwenkend dem Rhythmus hin und schafften es am Ende, als aufstrebende „Papier-Band“ unsere erste Single aufzunehmen. Nach der ersten Hörprobe ließen wir den Traum von der Welttournee allerdings schnell fallen, räumten unser Instrument in den Papierkorb und machten uns auf den Weg, die Eindrücke des Tages bei einem kühlen Feierabendbier wirken zu lassen.

Am Sonntagmorgen trafen sich die Teilnehmer noch etwas verschlafen um 9.00 Uhr zur angekündigten Podiumsdiskussion. Nach einer kurzen Zusammenfassung der vergangen beiden Tage begann die Podiumsdiskussion. Teilnehmer der Diskussion waren:

  • Wiltrud Pekarek (Vorstand HALLESCHE Krankenversicherung a. G.)
  • Jasmin Kolberg (Marimbaspielerin)
  • Dr. Eberhard Veit (Unternehmensberater ehemaliger CEO FESTO)
  • Theo Bergauer (Unternehmenstrainer und Coach)
  • Stefan Vogler (Unternehmensberater).


Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Stefan Vomhoff, Mitglied des Rotary Clubs Göppingen sowie Mitglied der Bank…Verbindung e.V..

Nach einer kurzen Diskussion über das Glück im Beruf sowie im privaten Umfeld wurden die Fragen der Teilnehmer beantwortet. Beweggründe für eine Entscheidung als CEO aufzuhören, Musik statt Geschäftsführung zu machen, Familie in den Vordergrund zu stellen aber auch die Erkenntnis dankbar für das erreichte zu sein und sich selbst zu reflektieren begeisterten die Zuhörer. Die Pausen wurden genutzt, um persönliche Gespräche mit den Rotariern und den Podiumsmitgliedern zu führen. Für mich persönlich habe ich aus diesen Gesprächen und der Podiumsdiskussion mitgenommen sich Zeit zu nehmen, um dankbar zu sein, von den Erfahrungen anderer zu profitieren und Erfolg im Beruf ist besonders schön gemeinsam zu erleben.

TrioWir möchten uns bei der Bank…Verbindung e.V. und insbesondere Stefan Vomhoff bedanken für die Möglichkeit an dem Seminar teilzunehmen, darüber hinaus sagen wir Danke an Wiltrud Pekarek und ihrem Organisationsteam vom Rotary Club Göppingen, Joachim Beck und den Impulsgebern, Herrn Roth, Herrn Allmendinger und allen weiteren interessanten Gesprächspartnern. Vielen Dank für ein interessantes und spannendes Wochenende!


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