25.05.2019 | Veranstaltungen | Mona Manser Zurück zur Übersicht


Banker...Treffen 2019 - Erlebnisbericht eines Startup Gründers


Erlebnisbericht eines Startup Gründers -
Von Corporate zu Startup und warum man neue Geschäftsmodelle nicht erfinden sondern nur entdecken kann - Dimitri Gärtner

Einen interessanten Vortrag für die Teilnehmer des diesjährigen Banker…Treffens hatte Dimitri Gärtner, Gründer des Startups „FRAMEN“, im Gepäck.

Obwohl der Plan ein Startup zu gründen schon während seines BWL-Studiums wuchs, arbeitete Dimitri Gärtner zunächst einige Jahre bei der BASF und später 5 Jahre bei der Deutschen Bank. Dort lernte er innovative Geschäftsfelder und neue Geschäftsmodelle kennen. Die konkrete Idee zum Startup entwickelte sich jedoch erst mit der Geburt seiner 1. Tochter im Jahr 2017: 99% aller Bilder werden in der Cloud gespeichert und kaum wieder angeschaut. Das fand der frischgebackene Vater sehr schade und es entwickelte sich das Produkt, das die Vision von vernetzten Screens zunächst finanzieren sollte: der FRAMEN Player – ein matter Bildschirm, designet mit Holzrahmen, wie ein klassischer Bilderrahmen, steuerbar via App, Web, Tablet oder Cloud.

Die Vision dahinter ist eigentlich ganz simpel und beruhend auf Cloud-Technologie (derzeit genutzt wird die Amazon Cloud mit deutschen Servern): Sobald ein Screen mit dem Internet verbunden werden kann ist der Service nutzbar, ungenutzte digitale Flächen (beispielsweise in der Gastronomie u.v.m.) könnten vermietet werden, wodurch eine große Reichweite entstehen würde. Ein einfaches Beispiel verdeutlicht den Nutzen: Müsste wegen einer Bombenentschärfung die Frankfurter Innenstadt evakuiert werden könnten über das Netzwerk von Screens und einer simplen Technologie viele Leute erreicht werden, denn überall wo sie sich befinden könnte eine Nachricht auf dem Screen angezeigt werden – ob im Kaufhaus, Lokal oder über den FRAMEN Player, der daheim im Wohnzimmer hängt. Man kann hierbei von „Smart City“ sprechen, genutzt wird dabei die bereits vorhandene Infrastruktur von Screens – ganz ohne App oder Registrierung, was das Geschäftsmodell besonders effizient macht. Zur Verdeutlichung lud Dimitri Gärtner dazu ein, das ganze doch einmal selbst auszuprobieren: Ein QR-Code wurde nun anstelle der Präsentation an die Wand geworfen und die Zuhörer durften nach Herzenslust Bilder freigeben – echt simpel!

Gegen Ende des Vortrages gab der Redner seinen Zuhörern noch 4 Learnings mit auf den Weg:


Learning Nr. 1 - Startup vs. Corporate: Es ist gut ein Corporate in einer bestehenden Umgebung kennenzulernen, allerdings trauen sich bestehende Unternehmen nicht Fehler zu machen, während Startups andauernd Fehler machen, daraus jedoch lernen dürfen – sie haben eine gewisse Freiheit, da die Angst vorm Scheitern das Umsetzen blockiert. Jedoch müssen sich Startup-Gründer auch stets der Möglichkeit des Scheiterns bewusst sein.


Learning Nr. 2 – Idee vs. Reality: Die erste Idee wird sich stets weiterentwickeln und am Anfang weiß man nie wohin es geht. Und auch wenn eine große Verbreitung unter Konsumenten ein Ziel sein kann, wird doch oft zu Beginn mehr Geld mit dem B2B-Geschäft generiert.


Learning Nr. 3 – Zeitmanagement: Auch FRAMEN begann ganz klassisch neben einem Fulltime-Job an Feierabenden und Wochenenden in der Garage – ein ganzes Jahr lang lief das so, erzählt Dimitri Gärtner. Und auch danach ist das niemals ein „Nine-to-Five-Job“. Insgesamt eine Sache, bei der man sehr auf die Unterstützung des Partners angewiesen ist.


Learning Nr. 4 – Digitalisierung verpasst?: Bei Digitalisierung denkt man oft an Smartphones, aber die Digitalisierung wird anderswo weitergehen – es gibt immer noch ein gewaltiges Potenzial, bspw. in der Infrastruktur.

Im Anschluss an den Vortrag wurden in einer Fishbowl-Diskussion noch einige Fragen an den Gründer gestellt. Hierbei ging es unteranderem um die Möglichkeit der Zensur und Priorisierung der hochgeladenen Beiträge, was technisch möglich sei; die Preismodelle, die beispielsweise abhängig von der Location sein können, sich bisher jedoch noch nicht eingependelt hätten; und der Finanzierung eines Startups.


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